Als Peter Stolz die Praxis betrat, roch der Flur nach kaltem Kaffee und Desinfektionsmittel. Zehn nach sieben, draußen rutschte der Novemberregen über die Scheiben der Lübecker Altstadtgassen. Er hängte den Mantel an den Haken, ohne das Licht im Empfang anzumachen. Im Halbdunkel tastete er nach der Tür zu seinem Sprechzimmer. Noch bevor er den Schlüssel umdrehte, hörte er hinter sich ein Räuspern.
„Herr Doktor Stolz." Er kannte die Stimme, ohne sich umzudrehen. Katharina Brenner stand am Tresen der Anmeldung, aufrecht, beide Hände auf einen geschlossenen Hefter gelegt. Ihr weißer Kittel
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Muschelkuchen für zwei
München, ein Dienstag im Oktober, kurz vor sieben. Der Regen hatte den ganzen Nachmittag gegen die Fenster der Auerstraße getrommelt, jetzt tropfte es nur noch von der Markise
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Marlies Kupfermantel und die vierzehn Jahre bei Herrn Brandstetter
Marlies Kupfermantel und die fünfzehn Jahre bei Herrn Brandstetter Es war Viertel nach elf, Dienstagabend, Reihenhaussiedlung am Rand von Aschaffenburg. Frank Brandstetter stand in der Küche und presste
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Die Nummer, die meine Tür nicht mehr öffnete
Ich hatte mich mit achtundfünfzig damit abgefunden, dass der romantische Teil meines Lebens abgeschlossen war. Nach Karls Tod vor neun Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, noch einmal
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Das Wiegenlied der Urgroßmutter
Unsere Kleine war gerade vier Wochen alt, als meine Großmutter plötzlich vor der Tür stand. Acht Stunden war sie mit dem Bus aus ihrem Dorf im Bayerischen Wald
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Grausamkeit unter der Brücke von Kleve
Sie hatte das Kettenrasseln schon von der Bushaltestelle aus gehört, aber erst als sie um die Ecke bog, sah Nora Lindqvist, was da wirklich vor sich ging. Ein
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Die Suppenschüssel für Oma Erika
Die Sache mit der neuen Tür hat in Flensburg noch Wochen später für Gesprächsstoff gesorgt. Die Leute im Viertel reden ja gern, besonders vor dem Bäcker an der
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Die 80.000 Euro, die Tanja nie bekam
Ich heiße Marlene, bin 63, und mein Mann ist vor sieben Jahren gestorben. Danach habe ich gemerkt, dass ich mein halbes Leben damit verbracht habe, die Probleme anderer
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Als ich den Brief vom Nachlassgericht öffnete, musste ich zweimal hinsehen. Das Haus in der Lindenstraße 14 in Freiburg – ihr Haus, ihr ganzer Stolz, die Immobilie, für die sie elf Jahre lang jeden Cent umgedreht hatte – sollte an mich gehen. An mich. Die Schwiegertochter, die sie seit dem Tag, an dem ihr Sohn mich nach Hause gebracht hatte, nicht ein einziges Mal beim Namen genannt hatte.
Ich saß an dem kleinen Küchentisch in meiner Mietwohnung, vor mir eine Tasse kalt gewordener Kamillentee, und starrte auf den Stempel des Amtsgerichts. Draußen fuhr die Straßenbahn vorbei,
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Die Kettensäge am Samstagmorgen
Um halb elf an einem Samstag riss mich ein Geräusch aus dem Schlaf, das klang, als würde jemand ein Schwein bei lebendigem Leib zersägen. Ich lag noch einen
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