Ich sehe kein Wasser, aber ich sehe eine Kette
Ich arbeite seit neun Jahren in der Frauenvollzugsanstalt Chemnitz, in der Wäscherei, und ich könnte Ihnen sagen, dass ich mehr Dramen auf diesem Hof gesehen habe als im
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Ich melde mich als Erste im Notaufnahme-Empfang der Frauenklinik am Rosenkavalierplatz in München – seit einundzwanzig Jahren sitze ich an diesem Tresen, und die Geschichte von Marlene Brandt geht mir bis heute nach.
Kennenlernen Marlene tauchte im Februar bei uns auf, hochschwanger, mit einer Sporttasche als Kliniktasche – kein Partner, keine Mutter, niemand an ihrer Seite. Ich hatte an dem Abend
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# Medaillon von Sofie aus dem Festsaal in Regensburg
Die Kellnerin verhedderte sich in einer Falte der Tischdecke, und das Medaillon rutschte ihr aus der Schürzentasche. Silbern, oval, an einer dünnen Kette – es fiel auf den
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Der Anruf am Dienstagabend
Ich wusste sofort, dass der Anruf nichts Gutes bedeutete. Es war kurz vor halb acht, draußen riss der Regen an den letzten Kastanienblättern vor unserem Küchenfenster in der
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Die Tattoos, die keiner zuordnen konnte
In der JVA Chemnitz kam an einem Dienstag im November eine Neue an. Schlank, still, die Hände in den Taschen ihrer grauen Anstaltsjacke. Was den Frauen im Aufenthaltsraum
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Zwei schwarze Katzen und ein Umschlag mit vier Fahrkarten nach Rostock
Noch neun Minuten bis zur Abfahrt, und Tobias bereute schon, dass er Merle nicht früher am Ärmel gepackt hatte. „Ich hab's dir gesagt, lass die Viecher in Ruhe.
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Der Adventskalender meiner Mutter
„Bist du unser Papa?" Mias Frage war so leise, dass sie unter jedem anderen Umstand im Knistern des Kamins untergegangen wäre. In diesem holzvertäfelten Salon in Bad Godesberg
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Der Sprung, der die Elbphilharmonie verstummen ließ
Es war ein Dienstagmorgen im September, Hamburg lag unter einem dieser typischen Nieselregen-Himmel, und im dritten Stock der Ballettschule Am Sandtorkai roch es nach Kolophonium und kaltem Kaffee
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Villa am Starnberger See
Um zehn Uhr morgens roch der Innenhof von Gut Leutstetten nach frisch geschnittenem Gras und nach dem Kaffee, den die Floristin in Pappbechern verteilte. Markus Brenner stand vor
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Der Hund, den keiner mehr anfassen wollte
Sechs Monate lang hing an Zwinger vierzehn im Tierheim Rothenburgsort ein rotes Schild: „Nur mit zwei geschulten Pflegern öffnen." Drinnen lebte Balu, ein Schäferhund-Mischling mit dem Körperbau eines
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