Sie ist eben zu alt geworden

„Petra, das kann so nicht weitergehen, das siehst du doch selber ein", sagte Uwe und betupfte die frischen Kratzer auf seinem Unterarm mit einem Wattepad. Draußen vor dem Küchenfenster rauschte die Stadtbahn Richtung Barmbek vorbei, es war kurz nach elf. „Die hat sowieso nicht mehr lange. Und ich, ganz ehrlich, ich hab die Schreierei um Mitternacht satt. Dazu dieser Charakter in letzter Zeit."

„Und was schlägst du vor, Uwe?" Petras Augen wurden feucht. „Sie ist doch seit dreizehn Jahren bei uns."

„Eben. Sie ist zu alt. Früher oder später wär das sowieso passiert. Ich hab neulich gelesen, alte Katzen ziehen sich manchmal von selbst zurück, um irgendwo in Ruhe zu sterben. Also machen wir's ihr leicht: Wir lassen Frieda einfach raus. Soll sie gehen, wohin sie will. Ihr ist geholfen, und wir haben unsere Ruhe."

„Spinnst du? Du willst sie auf die Straße setzen? Sie ist doch schon so gebrechlich…"

„Was ist daran so schlimm? Wozu behalten wir sie noch in der Wohnung? Wir kommen nicht mal nach Rügen in den Urlaub, weil man die Katze nirgends unterbringen kann und mitnehmen geht auch nicht, der Tierarzt hat selbst gesagt, die Fahrt wäre Stress pur für sie. Ich schlag dir die vernünftigste Lösung für alle vor. Verstehst du das? Wenn du willst, holen wir uns später wieder ein Kätzchen. Na?"

„Das ist nicht… menschlich", seufzte Petra und sah zu Frieda hinüber, die auf den Fliesen lag und die beiden mit traurigen Augen musterte, als wollte sie herausfinden, was ihre Menschen diesmal ausheckten. „Man kann doch niemanden einfach so aussetzen."

„Jetzt fängst du auch noch an. Verstehst du nicht, dass wir keine andere Wahl haben? Frieda geht's richtig schlecht, in jeder Hinsicht. Guck dir meine Arme an, voller Kratzer. Wie lange soll ich das noch aushalten?"

„Du bist selbst schuld, Uwe", sagte Petra leise, den Blick gesenkt. „Du schlägst sie mit dem Pantoffel und packst sie am Nackenfell, um sie auf den Balkon zu tragen."

„Weil sie nachts brüllt! Ich krieg deswegen kein Auge zu! Mir reicht's!"

Petra drehte sich weg, damit er ihre Tränen nicht sah. Statt sie zu trösten, stellte Uwe ihr ein Ultimatum:

„Also gut, Petra. Entweder die Katze kommt raus, oder ich pack meine Koffer."

Frieda verstand die Worte nicht, aber am Tonfall, an den unwilligen Blicken, spürte sie genau, was gemeint war. Man wollte sie loswerden. Weil sie alt geworden war. Wer will schon mit einer „lästigen alten Schachtel" unter einem Dach leben, ihr nächtliches Jammern ertragen, ihre Launen?

Ja, sie hatte geschrien. Weil ihr die Hüften wehtaten. Weil sie sich nach Nähe sehnte, die sie längst nicht mehr bekam. Gefüttert wurde sie, getränkt, ihr Katzenklo geputzt — aber geliebt wurde sie schon lange nicht mehr. Man ertrug sie nur noch, und jetzt war auch das zu Ende.

Uwe und Petra, mit denen sie so viele Jahre gelebt hatte, waren jung, wollten reisen, über Kinder nachdenken, das Leben genießen. Und sie — sie war nur noch im Weg. Sie sprang nicht mehr aufs Bett, ohne dass man ihr half. Das Alter war über sie gekommen, so still, dass sie es selbst kaum bemerkt hatte, bis sie eines Morgens aufwachte und wusste: die besten Jahre lagen hinter ihr.

Petras Einwände waren zu schwach, um etwas zu ändern. An einem gewöhnlichen Dienstag trug Uwe die Katze persönlich hinunter zu den Mülltonnen im Hinterhof. Petra breitete eine alte Wolldecke aus, die sie ohnehin schon lange hatte entsorgen wollen. Wie passend.

Frieda hätte schreien mögen. Sie hatte diese Menschen geliebt. Und sie ließen sie einfach zurück, ohne sich auch nur einmal umzudrehen, während sie zur Haustür zurückgingen. Sie hätte gern geschrien, laut, bis ihre Stimme versagte oder das Herz stehenblieb. Aber sie schwieg nur und sah den Rücken der Menschen nach, die sie ohne ein Zeichen von Reue aus ihrem Leben gestrichen hatten. Nur weil sie alt war.

Sie wusste, daran ließ sich nichts mehr ändern. Sie würde nicht in den Armen ihrer Menschen sterben, sondern hier, neben den Mülltonnen, allein, auf einer fremden Decke. In dem Moment, als die beiden um die Ecke verschwanden, ohne den Schritt auch nur zu verlangsamen, verlor Frieda zum ersten Mal in ihrem Leben jeden Glauben an Menschen. Mehr noch — sie empfand etwas wie Verachtung für diese ganze Welt, in der niemand für die „Alten" übrig hatte. Eine Welt, in der es, wie es schien, nie wirklich Liebe gegeben hatte. Denn wer liebt, der setzt niemanden aus. Und diese Decke war keine Fürsorge, sondern nur ein Pflaster fürs Gewissen.

Frieda legte den Kopf auf die Pfoten und dachte daran, dass auch ihren Menschen eines Tages das Alter treffen würde. Nicht aus Rachsucht dachte sie das — nur mit einer stillen Traurigkeit.

„Aua!" Sabine zuckte zusammen und wäre fast über etwas gestolpert.

„Was ist los?", fragte Jörg aus dem Dunkeln.

„Ich wär fast auf etwas draufgetreten. Oder auf jemanden…", sagte Sabine und zog ihr Handy aus der Jackentasche. „Ich seh hier gar nichts."

Ein paar Sekunden später starrte sie überrascht auf eine Katze, die auf einer löchrigen alten Decke lag und die beiden hilflos ansah. Wäre sie jünger gewesen, sie wäre weggelaufen. Jetzt konnte sie es nicht mehr.

„Na sowas, eine Katze", sagte Jörg, als er zu seiner Frau trat. „Hat die dich so erschreckt?"

„Ich hab mich nicht erschreckt", antwortete Sabine. „Ich versteh nur nicht, wo die auf einmal herkommt. Wir waren doch vor einer halben Stunde erst hier unten, Kartons wegbringen, da war nichts. Keine Katze, keine Decke."

Und tatsächlich: Die beiden räumten seit Stunden ihre neue Altbauwohnung im Karolinenviertel aus, nach der Renovierung, trugen Kartons und Sperrmüll runter zu den Containern. Dreimal waren sie schon unten gewesen. Keine Katze. Und jetzt war da eine.

„Na und, war halt noch nicht da, ist jetzt eben gekommen. Gibt doch genug streunende Katzen."

Die Katze versuchte aufzustehen, sackte aber sofort wieder auf die Decke zurück. Ihre Hinterbeine gehorchten ihr nicht.

„Siehst du, Jörg? Die schafft es nicht mal, richtig zu stehen. Das heißt, jemand hat sie hier absichtlich abgelegt, mitsamt der Decke."

„Guck sie dir doch an — alt, wahrscheinlich krank. Die früheren Besitzer haben wohl gedacht, wegwerfen ist einfacher als sich kümmern."

„Genau das mein ich! Die haben sie einfach entsorgt, wie einen alten Toaster. Aber eine Katze ist kein Gegenstand. Die lebt. Die will auch leben, auch wenn sie alt ist."

„Sabine… jetzt mal langsam." Jörg runzelte die Stirn. „Sag jetzt bloß nicht, du willst die mit hoch in die Wohnung nehmen. Ich seh's dir an."

„Und was schlägst du vor? Sie hier liegen lassen, bis sie zwischen den Mülltonnen verreckt? Nein. Das würde ich mir nie verzeihen. Wir helfen ihr jetzt. Wir müssen ja nicht so werden wie ihre bisherigen Besitzer."

„Wie willst du ihr denn helfen? Wenn die sie ausgesetzt haben, ist die Katze doch bestimmt schon hinüber, hat wahrscheinlich nicht mehr lang."

„Und wenn nicht? Vielleicht war sie ihnen einfach nur lästig geworden. Und außerdem entscheidest nicht du, wie lange sie noch lebt. Für heute Nacht bleibt sie bei uns, es soll Frost geben. Morgen früh fahren wir zum Tierarzt."

„Und danach?"

„Danach, Jörg, versuch ich, ein gutes Zuhause für sie zu finden. Es gibt bestimmt Leute, die sie zu sich nehmen wollen."

So kam Frieda auf ihre alten Tage in eine fremde Wohnung, zu fremden Menschen. Nur begriff sie nicht, warum. Sie war doch eine mürrische alte Katze mit wenig Zeit und schlechten Manieren — wozu also der Aufwand? Doch zum Widerstand fehlte ihr die Kraft. Also ließ sie es geschehen, lag in Jörgs Armen wie ein Sack Mehl. Ihm kratzte sie am selben Abend noch die Hand blutig, als er nachsehen wollte, ob er nun einen Kater oder eine Katze nach Hause gebracht hatte.

„Selber schuld", grinste Sabine, während ihr Mann auf die frischen Kratzer pustete. „Wieso auch so plump? Das ist, als würdest du eine Frau nach ihrem Ausweis fragen, um ihr Alter rauszufinden, und dich dann wundern, wenn sie dir eine reinhaut."

Merkwürdigerweise verhielt sich die Katze bei Sabine völlig anders. Kein einziges Miauen, als die zwanzig Minuten lang in der Wanne mit lauwarmem Wasser gewaschen wurde. An sich war Frieda sauber gewesen, aber ein paar Stunden zwischen den Mülltonnen hatten eben ihre Spuren hinterlassen.

„Moment mal, wo soll ich denn jetzt schlafen?", empörte sich Jörg, als er ins Schlafzimmer kam und dort seine Frau vorfand — und, zusammengerollt neben ihr, die Katze.

„Psst, nicht so laut", zischte Sabine. „Ich kann sie doch nicht auf den Boden legen. Morgen kauf ich ihr einen Korb, dann hat sie ihren eigenen Platz. Du kannst dich ja am Bettrand einrichten. Nur vorsichtig, dass du sie nicht störst. Sie schläft schon."

„Ach ja. Und nachts kratzt sie mich dann wieder, oder? Nein danke, ich schlaf auf dem Sofa im Wohnzimmer."

In dieser Nacht schrie Frieda, aber nicht lange. Sabine nahm sie sofort hoch, drückte sie an sich, streichelte sie, bis sie sich beruhigte. Das ging erstaunlich schnell — weil sie spürte: Hier wurde sie gemocht. Sie, die alte, schwierige Katze, wurde gemocht. Das war so ungewohnt und so schön zugleich, dass sie bald verstummte und leise auf Sabines Arm zu schnurren begann.

Am nächsten Tag überredete Sabine ihren Mann, sie mit dem Auto in die Tierklinik nach Eppendorf zu bringen. Danach zog Jörg fast eine ganze Stunde durch den Zoofachhandel, schweigend, einen schweren Korb voller Einkäufe in der Hand. Am Abend erinnerte er seine Frau daran, dass sie doch eigentlich vorgehabt hatte, die Katze weiterzuvermitteln.

„Weiß ich noch", lächelte Sabine. „Aber erst muss sie wieder auf die Beine kommen. Wer will schon eine kranke Katze. Der Arzt meinte, in einem Monat sieht das anders aus. Danach können wir überlegen, ob wir ihr ein neues Zuhause suchen. Falls du's dir bis dahin nicht anders überlegt hast."

„Werd ich nicht. Und will ich auch nicht."

Dieser Monat wurde für Jörg zur echten Geduldsprobe. Obwohl Frieda ihren eigenen Korb hatte, wollte sie nachts nicht allein sein und jammerte laut. Sabine holte sie jedes Mal zu sich ins Bett, und Jörg fand sich morgens am äußersten Rand wieder, weil der Rest von Frau und Katze belegt war. Seinen Unmut zeigte er allerdings selten offen — Katzen mögen so was nicht, und die Kratzer waren ihm Warnung genug.

„Guck mal, es geht ihr schon viel besser", sagte Sabine erfreut, als Frieda vor ihren Augen in eine Papiertüte kletterte, die vom Supermarkteinkauf auf dem Boden lag. „Sie macht richtig Fortschritte."

„Gut. Dann wird's Zeit, ihr ein Zuhause zu suchen. Sie hat sich hier schon ganz schön eingenistet."

„Oder… guck doch, wie wohl sie sich bei uns fühlt. Ich hab ihr sogar schon einen Namen gegeben. Frieda passt zu ihr, findest du nicht?"

„Sabine, du hast versprochen, dass die Katze nur vorübergehend bleibt", zog Jörg die Augenbrauen zusammen. „Versprechen sollte man halten."

„Was bist du bloß für ein Pedant, Jörg."

Ein neues Zuhause zu finden erwies sich als schwerer als gedacht. Kein Anruf, keine Nachricht — niemand wollte eine alte Katze. Also strich Sabine das Alter aus der Anzeige. Und plötzlich klingelte das Telefon. Weil Frieda auf dem Foto einfach hübsch aussah, ihr Alter ließ sich darauf nicht erkennen. Sabine wollte nicht lügen — sie hoffte nur, dass die Leute, wenn sie Frieda erst kennenlernten, über das Alter hinwegsehen würden. Liebe kennt schließlich kein Alter, heißt es doch so schön.

Nur — wenn die Interessenten dann tatsächlich kamen, blickten sie mit ratlosen Gesichtern zwischen der Katze, Sabine und Jörg hin und her, der schweigend im Flur stand.

„Sie haben gar nicht gesagt, dass sie so… alt ist. Auf dem Foto dachte ich, drei, vier Jahre. Die ist doch bestimmt fünfzehn? Man sieht doch, wie schwer sie atmet."

„Der Tierarzt sagt, ungefähr zwölf", antwortete Sabine. „Aber ist das für eine Katze denn wirklich alt? Es gibt Katzen, die werden zwanzig und fühlen sich pudelwohl."

„Warum liegt sie ständig nur rum?", fragte die Frau weiter. „Sie kommt nicht gut zu Fuß, oder? In der Anzeige stand nichts von gesundheitlichen Problemen."

„Es gibt keine Probleme. Wir haben sie ein bisschen aufgepäppelt. Dass sie sich schwerer bewegt, das ist einfach das Alter. Aber glauben Sie mir, sie ist wirklich lieb und anhänglich."

„Nein danke, so eine Katze brauch ich nicht", sagte die Frau kühl und verließ die Wohnung.

Danach kamen noch drei, vier weitere Interessenten, immer dieselbe Geschichte: „zu alt, wir wollten was Junges und Gesundes." Beim letzten Mal erschien ein älteres Ehepaar, fast schon im Ruhestand.

„Guten Tag, hier gibt's doch die hübsche Katze zu vermitteln?", fragte die Frau lächelnd.

„Ja", antwortete Sabine und ließ die Gäste herein. „Sie ist nicht mehr die Jüngste, aber ein wirklich gutes Tier…"

„Ach, wie alt ist sie denn? Bestimmt zwanzig?", fragte die Frau erschrocken, als sie Frieda sah.

„Nein, um die zwölf. Vielleicht ein bisschen mehr."

„Sieht man ihr gar nicht an. So alt… Ich weiß gar nicht, ob wir sie nehmen sollen. Ich dachte eigentlich…"

„Spielt das Alter denn eine Rolle?", fiel Sabine ihr ins Wort.

„Natürlich spielt das eine Rolle", mischte sich der Ehemann ein. „Wenn die Katze alt ist, hat sie nicht mehr viel Zeit. Und Gesundheitsprobleme hat sie bestimmt auch. Wozu also?"

„Wissen Sie was, Sie haben völlig recht. Das brauchen Sie sich wirklich nicht antun. Die Katze kratzt übrigens auch gern mal", sagte Jörg spöttisch und streckte seine vernarbten Hände vor. „Und nachts brüllt sie so, dass die Nachbarn schon die Polizei gerufen haben."

„Was Sie nicht sagen!", entsetzte sich die Frau. „Davon stand in der Anzeige aber nichts", sah sie Sabine vorwurfsvoll an. „Tut uns leid, so eine Katze wollen wir nicht."

Als das Paar gegangen war, schloss Sabine die Tür und sah ihren Mann fassungslos an.

„Wieso hast du die verschreckt? Vielleicht hätte ich sie noch überzeugen können, Frieda zu nehmen."

„Wozu, Sabine? Damit die sie in ein paar Wochen genauso an den Müll setzen wie die vorherigen Besitzer? Die wollten doch nur ein Spielzeug. Und Frieda ist kein Spielzeug. Die braucht jetzt Ruhe, keinen neuen Stress. Noch einen Verrat, glaub mir, den übersteht sie nicht mehr."

Das hatte Frieda von Jörg nun wirklich nicht erwartet. Sie verstand kein Wort von dem, was er sagte, aber am Tonfall erkannte sie: Er verteidigte sie. Das kam so überraschend, dass sie vergaß, ihn zu kratzen, als er nach ihr griff. Er trug sie ins Schlafzimmer, legte sie behutsam aufs Bett — obwohl sie sich längst an ihren Korb gewöhnt und aufgehört hatte, nachts zu schreien —, und legte sich selbst an den äußersten Rand. Dann streichelte er sie zum ersten Mal.

„Keine Sorge, Frieda. Dich geben wir nicht mehr her. Die Leute, die dich alt nennen, wissen einfach nicht, dass man das Alter respektieren muss. Wenn sie mal so weit sind wie du, verstehen sie's vielleicht."

Von da an gab es keine weiteren Versuche mehr, ein Zuhause für die Katze zu finden. Frieda blieb bei Jörg und Sabine — Menschen, die ihr längst nicht mehr fremd waren, in einer Wohnung, die längst ihre eigene war. Nachts weinte sie manchmal leise vor sich hin. Vor Glück, natürlich. Sie hatte nicht mehr damit gerechnet, dass sie im Alter noch jemandem etwas bedeuten könnte.

Wie lange Frieda noch mit den beiden leben würde, wusste keiner. Aber eines stand fest: Es würde länger sein, als hätte sie weiter auf der alten Decke neben den Mülltonnen gelegen — dort, wo ihre frühere Besitzerin sie so fürsorglich zurückgelassen hatte.

Ein Jahr später erfuhr Sabine durch Zufall, wer die früheren Besitzer gewesen waren: Eine Nachbarin aus dem Vorderhaus erkannte Frieda auf einem Foto im Hausflur und erzählte, das Paar sei kurz nach jener Nacht ausgezogen — Streit, Trennung, die Wohnung stand monatelang leer. Sabine hat die Geschichte nie an Frieda weitererzählt, aber seitdem legt sie jeden Winter eine zweite Decke bereit, für den Fall, dass vor ihrer Tür noch einmal jemand liegt, den niemand mehr will.

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Uniad
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